Du, mein Bruder, das Wernerle.

Geboren vor 68 Jahren, am 10. April 1951, gestorben am 18. März 2006.

(c) KWP

William Shakespeare

Sonett 71

Wein länger nicht,
wenn ich gestorben bin,

Als bis verhallt der
Totenglocke Ton.

Erzähl der Welt,
daß ich entflohen bin

Der Niedrigkeit und
nun bei Würmen wohn.

Nein, liest du dies
hier, gedenke nicht

Der Hand, die die´s
schrieb. Weil ich dich lieb so sehr,

Will ich, daß dein
Erinnern bald zerbricht;

Das An-mich-Denken
würde dir nur schwer.

Ich sag: Wenn du
einst diesen Vers schaust an.

Vermodert vielleicht
längst schon mein Gebein.

Verschweige meinen
Namen dann,

Laß deine Liebe
auch gestorben sein.

Daß nicht die Welt
vernimmt das Seufzen dein

Und dich verhöhnt,
dann ohne mich allein.


01. Februar 91

Karl Werner Plath



10435 Berlin, Schönhauser Allee 26, Seitenflügel, 2. Etage – der Geburtsort der Sonette. Gleich LINKS, neben dem “Jüdischen Friedhof”.

Werners Brille. Die sorgte bei ihm, bis zuletzt, für Kurz- und Weitsicht.
Für Durch-Sicht. Für Drauf-Sicht. Und für Klar-Sicht.

* * *

Hier hörst Du, DU LEBST, im Vers fort.


Es geht weiter…