Theater
des Ostens. Berlin
“Hauptstädtisches Theater unterwegs.” Das war mein Slogan.

Das
Theater starb 2013.

Ich war 1990 Geburts-Helfer.

Ich
habe mir reiflich überlegt, ob ich eine Beileids-Bekundung
übersende.

Also gut. Ich zieh den alten Lappen noch mal
hoch…

Agiere nochmal:
Als Kunst-Agent (mit über 1000 verkauften Vorstellungen im gesamten deutschpsrachigen Raum Europas). Als Bühnen-Arbeiter. Als Requisiteur. Als Kleinst-Darsteller. Als Regie-Assi.
Als Ver-Mittler. Als Tourmanager. Als Verwaltungs-Direktor. Als Messe-Präsentator (INTHEGA). Als stummer Vertrauter vieler Schauspieler.
Als Mit-Besitzer des ersten privaten Tournee-Unternehmens aus den neuen Bundesländern.
Auch als Umsatz-Millionär.

Eine spannende Zeit.
Wichtige Erfahrungen.
Kunst-Markt-Wirtschafts-Lehre.
Un-geahnte Kontakte.
Unbezahlbare Einblicke in Arbeitsweisen.
Große Namen.
Besessenheit.
Nicht wenige Ur-Aufführungen.
Entbehrungen.
Freuden und Tränen.
Und immer wieder Szenen-Applaus.

Vorbei. Black. Vorhang zu.

Ich war bei der Beerdigung nicht anwesend.

Nehme Abschied.
Auf meine Art.

(Fast.)
Wie in der Geburts-Nacht, als alles begann: Mit einem “Jonny Walker”.
Diesmal nicht red, sondern blu.
Ein massiver Unterschied.

Prost!

Brrr.
Nein, die Sorte (überhaupt) schmeckt mir nicht mehr.
Mein Geschmack hat sich schon seit Jahren geändert.

Dieses Theater ist Geschichte.


DIE LETZTE LIEBE DES MARQUIS DE SADE. Mit Hans-Peter Minetti in der Hauptrolle.